Überraschende Einblicke ins Kies- und Betonwerk

Auf ihrem Rundgang über das Kies- und Betonwerk der Risi AG in Cham erlebten rund 50 ZUGWEST-Mitglieder ganz verschiedenen Facetten des modernen Kiesabbaus. Von Kreislaufwirtschaft und Recycling war genauso die Rede wie von archäologischen Funden und Biodiversität. Und dass auch eine Werkhalle zum gemütlichen Beisammensein genutzt werden kann, war eine weitere Erkenntnis.

Die Wirtschaftskommission ZUGWEST begrüsste am zweiten SPOTLIGHT in diesem Jahr die Mitglieder auf dem Gelände der Risi AG in Cham ein. Hier stand gleich zu Beginn der Geschäftsführer und Regionalleiter, Patrick Grieder, Red und Antwort. Auf seine Werte als Unternehmer angesprochen erzählt er, dass es in ihrem Betrieb fast wie am Familientisch zu und her gehe: «Alles wird offen auf den Tisch gelegt und direkt diskutiert.» Er zeigt sich erfreut, dass er und sein Team den Gästen live und am Originalschauplatz zeigen konnte, welche Herausforderungen der Kiesabbau heute mit sich bringt.

Auf dem Rundgang nach Betriebsschluss informierten die Fachmitarbeiter der Risi AG über den Abbau- und Deponiebetrieb, Kreislaufwirtschaft und das Recycling von Beton. Dass auch in dieser Branche immer mehr auf Digitalisierung gesetzt wird, überrascht kaum. Mit Drohnenaufnahmen und draus generierten 3D-Modellen können Volumen einfach und zuverlässig berechnet werden. In der bestehenden Kiesgrube sei der Abbau für weitere 12 Jahre möglich. Auch wenn das auf den ersten Blick eine lange Zeit zu sein erscheint, sei die Vorausplanung für den künftigen Abbau elementar, da politische und gesetzliche Hürden für den Zugang zu weiteren Gebieten bestehen würden.

Nachhaltiger Produktlebezyklus

Eines der wichtigsten Ziele der Firma Risi ist es, den gesamten Produktlebenszyklus möglichst nachhaltig zu gestalten. So werden viele Baustoffe aufbereitet und wieder in die Produktion von Beton oder Zement eingebracht. Weil so weniger Material deponiert werden müsse, werden dadurch die ohnehin schon knappen Deponiereserven geschont. Die Risi AG betreibt in Tännlimoos bei Baar eine eigene Deponiestelle und ist verpflichtet, die dort deponierten Stoffe über 50 Jahr zu überwachen. Nachhaltige Produktion, Recycling und Kreislaufwirtschaft sei also ein Gewinn für alle.

Kiesgrube als Fundgrube und Lebensraum

Eine ganz andere Facette vom Kiesabbau präsentierte das Zuger Amt für Denkmalpflege und Archäologie und ein Experte aus dem Naturschutz: Seit den 1990er-Jahren wurden beim Kiesabbau Gräber aus der Bronzezeit (1500-1000 v. Chr.) sowie ein römischer Münzschatz (1. Jahrhundert v. Chr. bis 4. Jahrhundert n. Chr.) gefunden. Da die offenen Gruben fortlaufend wieder aufgefüllt, aufgeforstet und renaturiert werden, entstehen so wertvolle Brut- und Lebensräume für Frösche, Vögel und Schlangenarten.

Networking in der Werkhalle

Für das leibliche Wohl sorgten an diesem Feierabend-Anlass Phill's Burger. Die Werkhalle bot genügend Platz für ein gemütliches Zusammensein als Abschluss eines aufschlussreichen SPOTLIGHT-Events mit einer eindrücklichen Kulisse.

Die verschiedenen Stationen des Rundgangs und das Ausmass des Areals sind im Drohnenvideo eindrücklich sichtbar.

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