Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik entsteht ein neues Wohn- und Arbeitsquartier mit industriellem Charme. Die Bestandesbauten werden mit markanten Neubauten ergänzt und nachhaltig realisiert. Über das gesamte Areal verteilt werden in den nächsten Jahren rund 40’000 Quadratmeter Gewerbeflächen für unterschiedliche Nutzungen und fast jedes Businessmodell und jede Betriebsgrösse entstehen.
Auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik entsteht auf elf Hektaren in mehreren Etappen ein völlig neues Quartier mit rund 1'000 Wohnungen und 1'000 Arbeitsplätzen. Es entsteht aber nicht auf der grünen Wiese, sondern inmitten geschichtsträchtiger Gebäude: Mit der Umnutzung prägender Bestandsbauten wird der Bezug zur Vergangenheit aufrechterhalten – die industriellen Wurzeln des Quartiers bleiben spürbar.
Sie werden ergänzt mit markanten Neubauten, unter anderem in Form von fünf Hochhäusern mit beeindruckender Weitsicht. Das neue Quartier direkt an der Lorze bietet einen attraktiven Mix aus Gewerberäumen, Wohnungen, Lofts, Arbeitsplätzen, Ateliers, Freiräumen und publikumsorientierten Nutzungen. All das in einem nachhaltig und ausgewogen gestalteten Areal, das seine ureigene Geschichte pflegt – und weiterschreibt.
Das Papieri-Areal verfügt über ein schweizweit einzigartiges Energiesystem: Komplette Energie-Selbstversorgung zum Heizen und Kühlen und rund 50 Prozent des Strombedarfs werden auf dem Areal produziert. Der geistige Vater des Papieri-Energiesystems, Energieberater Georg Dubacher, und der Leiter Realisierung der Cham Group, Roland Regli, verraten Details.
Was ist das Besondere am Energiesystem auf dem Papieri-Areal?
Georg Dubacher: Das Einzigartige ist das Vorgehen: Wir entwickelten zuerst ein optimales, komplett CO2-neutrales Systemkonzept, dann erst begann auf dieser Grundlage die Planung der Architektur. Das Bauen orientiert sich also an der Energie.
Was sind denn die wichtigsten Faktoren des Systems? Roland Regli: Die Stromerzeugung erfolgt hauptsächlich durch die Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude und durch das eigene Flusskraftwerk, das jetzt mit modernster Technik aufgerüstet wird. Mit dieser erneuerbaren Energie decken wir knapp 50 Prozent des Strombedarfs. Der Rest wird CO2- neutral vom öffentlichen Netz bezogen. Darüber hinaus gibt es einen natürlichen Wärme-Kälte-Kreislauf: Mittels Erdsonden wird dem Boden Wärme entzogen. Zusammen mit der Wärme des Lorze-Flusswassers gewinnen wir die benötigte Heizenergie. Im Sommer funktioniert dieses System umgekehrt: Dann kann das kühlere Erdreich genutzt werden, um die Räume zu kühlen. Da sich bei diesem Vorgang der Boden erwärmt, steht im Winter wieder genug Wärme im Erdreich zur Verfügung.
So haben Sie für das Papieri-Areal ein wahres Energie-Perpetuum-mobile erfunden?
Georg Dubacher: Auf jeden Fall konnten wir eine hohe Energie-Autarkie erreichen. Damit werden regionale und überregionale Netze entlastet, ineffiziente Energietransportwege und das Zuführen von fossilen Energieträgern aus dem Ausland vermindert. So profitiert nicht nur das Papieri-Areal, sondern die gesamte Region.