Wirtschaftsausblick 2026
Solide unterwegs, aber nicht sorgenfrei

Wie steht der Kanton Zug wirtschaftlich da? Wohin entwickelt sich die Schweizer Wirtschaft? Und was bedeutet die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum für den Immobilienmarkt? Diese Fragen standen im Zentrum des Wirtschaftsausblicks 2026 vom 2. September im Kalandersaal der Papieri Cham.

Im Gespräch mit Moderator Pius Vogel von Raiffeisen gaben Finanzdirektor Heinz Tännler und Raiffeisen-Chefökonom Fredy Hasenmaile Einblicke in die aktuelle Lage und wagten den Blick nach vorn.

Zug bleibt attraktiv
Zug bleibt attraktiv

«Der Kanton ist solide unterwegs – das ist wichtig für die Standortqualität. Auf einer Wetteranzeige wäre das eine Sonne», sagte der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler gleich zu Beginn.

Die Gründe dafür sind vielfältig: attraktive steuerliche Rahmenbedingungen, eine wirtschaftsfreundliche Politik und ein innovationsstarkes Umfeld machen Zug für Unternehmen weiterhin interessant. Die Publikumsbefragung per Mentimeter bestätigte diesen Eindruck.

Privatpersonen und Familien kommen ebenfalls in den Genuss einer hohen Standortqualität. Der Kanton investiert auch in soziale Leistungen und die Weiterentwicklung des Standorts.

Innovation als Standortvorteil
Innovation als Standortvorteil

Zug will sich dabei nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. In verschiedenen Bereichen entstehen neue Projekte und Initiativen – etwa rund um Cyber Security, eine Learning Factory oder autonomes Fahren. Für Tännler ist klar: «Wir setzen die Steuergelder für sinnvolle Projekte ein.»

Eine der grössten Herausforderungen bleibt das Wachstum. Mit zunehmender Attraktivität steigen auch die Anforderungen an Wohnraum und Infrastruktur. Der Zuger Regierungsrat hat deshalb eine Strategie mit 19 Massnahmen verabschiedet, um den verschiedenen Herausforderungen des Wachstums zu begegnen.

Auch die Digitalisierung wird die kommenden Jahre prägen. Dabei geht es laut Tännler nicht allein um neue Technologien, sondern ebenso um die Menschen dahinter.

«Moderat optimistisch»
«Moderat optimistisch»

Beim Blick auf die Schweizer Wirtschaft zeigte sich Fredy Hasenmaile vorsichtig zuversichtlich. Weil geopolitische und wirtschaftliche Risiken für Unsicherheit sorgen, empfiehlt Hasenmaile: Unternehmen sollten sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und dort ansetzen, wo sie selbst Einfluss nehmen können.

Positiv ist die Situation bei der Inflation: In der Schweiz ist sie kein grosses Thema. Jedoch dürfte der Franken wieder an Stärke gewinnen. An den Aktienmärkten zeigte sich trotz zahlreicher Turbulenzen eine bemerkenswerte Stabilität.

Eine weitere grosse Frage ist der technologische Wandel. Künstliche Intelligenz und neue Technologien eröffnen enorme Chancen, aber auch Herausforderungen. Bereits heute fliesst viel Kapital in diese Bereiche – entsprechend gross ist die Erwartung an die zukünftigen Anwendungen und Produktivitätsgewinne.

Wohnraum bleibt knapp
Wohnraum bleibt knapp

Auch beim Immobilienmarkt zeigte sich: Der Kanton Zug bleibt ein gefragter Standort. Zwar wird im Kanton vergleichsweise stark verdichtet gebaut, dennoch reicht das Angebot nicht aus, um die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum vollständig zu decken. Für Hasenmaile liegt darin kein Widerspruch: «Zug ist sehr attraktiv.» Genau diese Attraktivität führt dazu, dass die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt.

Wo liegen die Chancen der Schweiz?
Wo liegen die Chancen der Schweiz?

Zum Abschluss richtete sich der Blick über Zug hinaus. Wo kann die Schweiz auch künftig wirtschaftlich punkten? Hasenmaile sieht grosses Potenzial in spezialisierten Nischen, bei Forschung und Entwicklung und bei der Verbindung von Wissenschaft und Unternehmertum.

Dazu gehören beispielsweise die Raumfahrt mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Auch in der Robotik sind Schweizer Unternehmen und Forschungsinstitutionen international gut positioniert.

Eine Antwort gab auch das Publikum: Bei der Frage, wo die Schweiz künftig besonders investieren sollte, lag die Bildung klar an der Spitze. Ein Signal, das gut zum Tenor des Abends passt: Der Standort Zug ist heute stark aufgestellt – damit das so bleibt, braucht es weiterhin Investitionen, Innovationskraft und den Mut, Veränderungen aktiv anzugehen.

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