Nachgefragt bei René Landolt, Bereichsleiter Arbeit

Die Räumlichkeiten der zuwebe im Bösch wurden umgebaut. Was hat sich alles verändert?

René Landolt: Wir haben unsere Produktionsflächen vergrössert. Dank der stromsparenden LED-Beleuchtung verfügen wir nun über helle, freundliche Arbeitsräume. Alle Produktionsräume sind neu mit automatischen Schiebetüren versehen. Das macht sie für Rollstühle und gehbehinderte Menschen einfacher zugänglich. Die neuen Hygieneräume eröffnen uns neue Tätigkeitsfelder. Der Ersatz unserer ehemaligen Kantine, unser neues Restaurant Schlosserei, bedient nicht nur die Mitarbeitenden der zuwebe, sondern ist auch für externe Gäste geöffnet. Daneben haben wir notwendige Verbesserungen an Gebäudehülle und Gebäudetechnik vorgenommen. Erdbebenertüchtigung und Brandschutz entsprechen dem Stand der Technik.

Was bietet die zuwebe für Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region?

René Landolt: Wir verstehen uns als eine Art Holding von KMU, die ein breites Angebot an Leistungen und Dienstleistungen erbringt. Unsere Mechanik erledigt spanabhebende Arbeiten mit gesteuerten und konventionellen Maschinen. Die Montage ist spezialisiert auf Baugruppenmontage für Geräte und Maschinen. Unsere Verpackungsabteilung verpackt beinahe alles. Die Logistikabteilung führt verschiedene Web-Shops. Wenn etwas unter hygienischen Bedingungen montiert oder verpackt werden muss, stehen uns ab Frühjahr 2020 drei Hygieneräume zur Verfügung, die den jeweiligen Kundenbedürfnissen angepasst werden können. Unser Gartenteam ist zudem in unserer Gärtnerei im Lassalle-Haus für den Anbau von verschiedenen Gemüse- und Pflanzensorten zuständig, führt aber auch diverse Umgebungsarbeiten wie Rasenmähen, Heckenschneiden etc. direkt bei den Kundinnen und Kunden aus.

René Landolt, Bereichsleiter Arbeit

Die zuwebe ist ein Verein und bietet geschützte Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnplätze für Menschen mit Behinderung an. An verschiedenen Standorten im Kanton Zug wohnen und arbeiten mehr als 300 Menschen mit einer geistigen oder psychischen Beeinträchtigung. Sie werden dabei von 180 Fachpersonen in verschiedenen Bereichen unterstützt, angeleitet und betreut.

Mehr Infos auf www.zuwebe.ch

Was sind die Herausforderungen bei Ihrer Arbeit mit Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf?

René Landolt: Wir verstehen uns als Teil der Wirtschaft und erfüllen somit alle Anforderungen an Termine, Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit. Die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung ist jedoch behinderungs- oder krankheitsbedingt eingeschränkt, und kurzfristige Ausfälle sind jederzeit möglich. Dies erfordert spezielle Planungskompetenzen, um immer die richtige Menge Personalressourcen zur Verfügung zu haben, und hohe Prozesslenkungskompetenzen, um die Arbeit in geeignete Schritte aufzuteilen, die den Fähigkeiten der Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung entsprechen. Wir sind überzeugt, dass jeder Mensch sich weiterentwickeln kann, wenn man ihm die nötige Infrastruktur und geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund sind wir auf verschiedene Aufträge angewiesen, die eine Vielfalt in unseren Arbeitsbereich bringen und unsere Mitarbeitenden fordern.

Wie nehmen Sie das Wirtschaftsgebiet Bösch wahr? Was wünschen Sie sich für dessen Entwicklung?

René Landolt: Ich erlebe es als eher anonym. Wenn man sich nicht zufällig auf der Strasse trifft, gibt es wenig Berührungspunkte oder Begegnungsräume. Hier schaffen wir ab 27. Januar 2020 durch unser öffentliches Restaurant Schlosserei Möglichkeiten für ungezwungene Begegnungen während des Mittagessens.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Region ZUGWEST? Was sind für Sie die wichtigsten Standortvorteile in ZUGWEST?

René Landolt: Die hohe Dichte an spannenden Unternehmen verschafft mir einen sehr direkten Zugang zu verschiedensten Wirtschafts- und Gewerbevertreterinnen und -vertretern. Als Pendler schätze ich persönlich die gute Erschliessung über ÖV und Autobahn. Die Region ist ausserdem ein Naherholungsgebiet, das ich während meiner Pausen schätze.

Welche Erwartungen haben Sie an den Verein Wirtschaftsregion ZUGWEST?

René Landolt: Ich erwarte, dass der Verein weiterhin aktiv die Vernetzung vorantreibt, und würde mich freuen, wenn immer wieder kreative und innovative Ideen entstehen und umgesetzt werden.

Warum sollte man als Mitglied von ZUGWEST am 19. März 2020 unbedingt zum SPOTLIGHT Event der zuwebe kommen?

René Landolt: Ich freue mich darauf, allen Besucherinnen und Besuchern zu zeigen, wie wir Produktionsprozesse und Menschen mit Technologie unterstützen, um die behinderungsbedingten Nachteile zu kompensieren. Sie erhalten einen Einblick, wie nahe wir uns am Puls der Wirtschaft befinden. Haben Sie schon unseren 3D-Drucker und die damit gefertigten Hilfsmittel gesehen? Auch das gibt es am 19. März bei uns zu entdecken.

Die Einladung mit Anmeldemöglichkeit für das SPOTLIGHT am 19. März 2020 erhalten alle Mitglieder rechtzeitig per E-Mail zugestellt.

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